Personen

Louise Dumont und Gustav Lindemann

Die Theatergründer

Louise Dumont (1862-1932) und der zehn Jahre jüngere Gustav Lindemann (1872-1960)  lernten sich im Jahr 1903 kennen. Lindemann hatte in der Theatersaison 1900/1901  nach dem Vorbild Carl Heines das “Ibsen-Theater” gegründet. Mit einer Schauspieltruppe führte er an Theatern in Deutschland und Europa zunächst erfolgreich Ibsen-Stücke auf. 1902/1903 gründete er dann die “Internationale Tournée Gustav Lindemann”, die nun auch weitere zeitgenössische Bühnenstücke in ihr Repertoire aufnahm. Im Herbst 1903 verpflichtete Lindemann Louise Dumont, die zu der Zeit am Berliner Deutschen Theater engagiert war, für ein Gastspiel in seiner Tournée.
Bereits kurze Zeit später planten die beiden ihre erste Theatergründung: In Weimar, wo die Tournée im November 1903 gastierte, sollte ein neues Theater entstehen. Trotz Unterstützung durch den Großherzog Wilhelm Ernst von Sachsen-Weimar-Eisenach und weiterer bedeutender Persönlichkeiten des Weimarer Kulturlebens, wie Henri van de Velde und Harry Graf Kessler, scheiterte der Plan.
In der aufstrebenden Industriestadt Düsseldorf, damals noch am Beginn seiner kulturellen Entwicklung zur “Moderne” stehend, sollte das neue Theater entstehen. Im Juni 1904 gründete sich die “Deutsche Schauspielhaus GmbH” mit einem Startkapital von 600.000 Mark, ein geeignetes Baugrundstück wurde an der Ecke Kasernen-/Carl-Theodor-Straße gefunden. Während Gustav Lindemann in Düsseldorf die Verhandlungen mit Politikern, Mitgliedern der GmbH und Industriellen führte, begab sich Louise Dumont auf Gastspielreise, um Geld für die Theatergründung zu verdienen.
Das nach den Plänen des Berliner Architekten Bernhard Sehring (1855-1932) errichtete Theater wurde am 28. Oktober 1905 mit Friedrich Hebbels Drama “Judith” eröffnet. 1930 feierte das Haus sein 25jähriges Bühnenjubiläum. Nach dem Tod Louise Dumonts im Jahr 1932 und der beruflichen und kulturellen Isolation Gustav Lindemanns aufgrund seiner jüdischen Herkunft nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten fand die Ära “Schauspielhaus Düsseldorf” ihr Ende.

schauspielhaus-1

Schauspielhaus Düsseldorf (Bestand: Theatermuseum Düsseldorf)

 

Das Liebespaar
Louise Dumont und Gustav Lindemann verband nicht nur die Leidenschaft für Theater und Bühne. Sehr schnell wurden die beiden ein Liebespaar. Am 23. Juli 1907 heirateten Dumont und Lindemann.
Louise Dumont beschrieb Liebesbeziehung und Ehe als “Inbegriff des schönen Vollkommenen”. Gustav Lindemann war ihr “Herr Direktor”, “Geliebter” und “Gott”.
Dennoch trägt ihre Beziehung neben der traditionellen Rollenverteilung auch stark emanzipierte Züge.
In ihren Briefen an Gustav Lindemann spricht Louise Dumont immer auch Geschäftliches an, gibt ihrem Mann Tipps zur Verhandlungsführung bei den Versammlungen zur Düsseldorfer Theatergründung, richtet ihn auf, spendet ihm Trost. Die Facetten dieser Geschäfts- und Liebesbeziehung machen die Faszination der Briefe aus.

 

Louise Dumont und Gustav Lindemann 1907 (Bestand: Theatermuseum Düsseldorf)

Louise Dumont und Gustav Lindemann 1907 (Bestand: Theatermuseum Düsseldorf)

 

 

 

 

 

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

     

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>